1. Definition – Sicherheitsmanagement (Safety Management)
Sicherheitsmanagement (Safety Management) hat das Ziel, Gefahren für die Flugsicherheit frühzeitig zu erkennen und damit verbundene Risiken zu minimieren oder zu vermeiden – bevor es zu Vorfällen oder Unfällen kommt.
Es ermöglicht einer Organisation, ihre Aktivitäten systematisch, strukturiert und risikobasiert zu steuern.
Ein klares Verständnis der eigenen Rolle im Sicherheitskontext hilft dabei:
- Sicherheitsrisiken gezielt zu priorisieren
- Ressourcen effizient einzusetzen
- nachhaltige Sicherheitsergebnisse zu erzielen
Sicherheitsmanagement ist eine unternehmensweite Aufgabe. Es betrifft die gesamte Organisation – insbesondere dann, wenn mehrere luftrechtliche Betriebe oder Genehmigungen unter einem Dach vereint sind.
Das Sicherheitsmanagementsystem (SMS) basiert auf folgenden Kernbestandteilen:
Sicherheitspolitik & Ziele
- Festlegung einer klaren Sicherheitspolitik und Sicherheitsziele
- Verpflichtung und Verantwortung der Unternehmensleitung
- Sicherheitsverantwortlichkeiten auf Führungsebene
- Benennung von Schlüsselverantwortlichen
- Koordination der Notfallplanung
- SMS-Dokumentation – integriert in das QMS oder in Form eines eigenständigen SMS-Handbuchs
Sicherheitsrisikomanagement
- Erkennung von Gefahren
- Analyse und Bewertung von Risiken
- Entwicklung und Umsetzung von Risikominderungsmaßnahmen
Gewährleistung von Sicherheit
- Messung und Überwachung der Sicherheit (Compliance Monitoring)
- Handhabung von Veränderungen
- Kontinuierliche Verbesserung des SMS
Förderung der Sicherheit
- Aus- und Weiterbildung (z. B. Human Factors, Fehlermanagement, Verfahren)
- Sicherheitskommunikation innerhalb der Organisation
Die Anforderungen an ein Sicherheitsmanagementsystem unterscheiden sich je nach Anwendungsbereich leicht:
- Initial Airworthiness: gemäß (EU) 748/2012, Part 21, Subparts G und J
- Continuing Airworthiness: gemäß (EU) 1321/2014, Part CAMO und Part 145
2. Umsetzung eines Integrierten Managementsystems (IMS)
Qualitätsmanagementsysteme (QMS), die gemäß EASA Part 21, EASA Part 145 oder EASA Part-CAMO aufgebaut sind, lassen sich grundsätzlich mit den Anforderungen eines Sicherheitsmanagementsystems (SMS) vereinbaren und integrieren.
Ein Integriertes Managementsystem (IMS) verbindet beide Ansätze in einer gemeinsamen Struktur und schafft so Transparenz, Effizienz und eine klare Verantwortungszuordnung innerhalb der Organisation.
Die nachfolgende Übersicht stellt die jeweiligen Schwerpunkte von QMS und SMS dar und verdeutlicht deren Kompatibilität sowie die systematische Ergänzung beider Managementansätze.

Für Organisationen mit mehreren luftrechtlichen Genehmigungen ist ein integriertes, bereichsübergreifendes Sicherheitsmanagementsystem sinnvoll. Es schafft eine einheitliche Struktur und verhindert redundante oder widersprüchliche Prozesse im Sicherheitsmanagement.
3. ACC-Dienstleistungen im Bereich Sicherheitsmanagement (SMS)
Unsere Leistungen im Bereich Sicherheitsmanagement (SMS) umfassen unter anderem:
- Durchführung einer GAP-Analyse zur Ermittlung von Abweichungen zwischen Ihrem bestehenden Managementsystem und den SMS-Anforderungen gemäß EASA Part 21, Part 145 und Part-CAMO (inkl. AMC und GM)
- Entwicklung einer strukturierten Einführungs- und Implementierungsstrategie zur nachhaltigen Integration der SMS-Anforderungen in Ihre Organisation
- Erstellung neuer Handbücher und Verfahren sowie gezielte Anpassung bestehender Dokumentationen auf Basis der GAP-Analyse
- Schulung und Training Ihrer Mitarbeitenden zur erfolgreichen Einführung, Anwendung und kontinuierlichen Weiterentwicklung des Sicherheitsmanagementsystems